«Ach! Prüft man denn, was man sich wünscht?» (Voltaire)

 

Auf meiner Empfangstheke stehen viele wunderschöne Festtagskarten. Eigentlich kann für mich im neuen Jahr nichts mehr schiefgehen soviel Gutes, Helles und G’freuts soll mir zuteil werden. Ich bin dankbar für all diese guten Gedanken. 

Ein amüsanter Whatsapp-Spruch zum Jahreswechsel hat das Wünsche-Schicken in ein etwas anderes Licht gestellt. Da wünscht sich jemand, man solle doch von all diesen wohlgemeinten Wünschen ablassen, denn sie hätten noch nie geholfen, viel lieber solle man Geld oder sonst was Brauchbares schicken... Kann ich verstehen, mein Göttibub hegte sicher auch den innigeren Wunsch, Geld für einen neuen Computer zu erhalten, als «Glück im neuen Jahr». 

Ja, will man denn, was man gewünscht erhält? Und will man, was man (sich) wünscht?

Zum neuen Jahr haben Sie sich hoffentlich auch etwas für sich gewünscht. Um der Erfüllung etwas nachzuhelfen, fassen sich viele, ganz im Zeichen unserer Zeit, zielführend gute Vorsätze und leiten motiviert ein entsprechendes Massnahmenpaket ein. Manchmal ist dieses Vorgehen auch erfolgreich. 

Doch, haben Sie sich gut überlegt, was Sie sich wünschen? Was wäre, wenn Ihre Wünsche in Erfüllung gingen? Hätten Sie dann, was Sie wollten? Und wollten Sie dann noch, was Sie sich gewünscht haben? Welcher Wunsch wäre dann der nächste?

Die alltäglichen oft auch floskelhaft ausgetauschten Glückwünsche wie «e Guete», «es guets Nöis» sind unbedingt zu kultivierende Traditionen, sie erleichtern und erhellen unser Miteinander. Es gibt aber noch ein anderes Wünschen. Oft stecken hinter unseren persönlichen, vordergründig formulierten Wünschen und Zielen grosse Sehnsüchte. So steht der erwünschte Lottogewinn vielleicht für Sicherheit und Ruhe, die langersehnte Partnerschaft für Zugehörigkeit und Heimat, die gewünschte Trennung für Freiheit, das Abspecken für Anerkennung und Zuwendung … denn alle wollen wir glücklich sein, das sei gar unsere Aufgabe, sagt Dalai Lama.

Die Erfüllung bleibt manchmal sehr lange aus, wir brauchen viel Geduld und Beharrlichkeit, können nicht viel machen, auch Massnahmenpakete helfen nichts. Wir können uns aber offen und bereit halten. Denn oft unvermittelt, als Geschenk, von unbekannter Seite und in unbekanntem Gewand kommt sie, die Erfüllung - wenn wir genau hinschauen. Wir sind dann glücklich: ohne Million, mit und auch ohne Partner und trotz ein paar Kilo mehr auf den Hüften. 

In diesem Spannungsfeld zwischen Wunsch und Erfüllung hilft es, sich bewusst seinen Wünschen oder Zielen zuzuwenden und den «leisen Stimmen» im Hintergrund aufmerksam zu lauschen. Hinzuhören und hineinzuspüren, was man für sich oder andere zutiefst ersehnt. Das heisst, ohne Umwege zum Wesentlichen zu kommen.

Es ist das, was mich in Berührung mit dem Leben und Lebendigen in mir bringt. Und es lässt mich oft auf wundersame Weise einen Moment lang teilhaben an der Erfüllung dessen, was ich mir so gewünscht habe – unkompliziert, einfach glücklich sein. Was sind Ihre Herzensanliegen? Probieren Sie es aus, verbinden Sie sich mit dem, was Sie sich wirklich wünschen. Nicht damit einfach alles in Erfüllung geht, allein des Lauschens wegen.

 

Herzlichst

Karin Schüpbach

 

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